Robin Becker, „Landscapes“

Mit der Arbeit an "Landscapes" - einem einsätzigen Stück für Streichensemble und Ney Flöte - bot sich mir zum ersten Mal die Möglichkeit, das Streichensemble als westlichen und vertrauten Klangkörper mit der exotischen Klangfarbe der Ney zu kombinieren. Hierbei wird die Ney natürlich auf der einen Seite deutlich als solistisches Instrument exponiert, fügt sich aber auf der anderen Seite durch ihren hohen Verschmelzungsgrad in den weichen Klang der Streicher ein. Diese Eigenschaft war ein Ausgangspunkt für mich und zieht sich als grundsätzliche Idee durch die gesamte Komposition.
Aus einer zum Beginn anschwellenden Klangwolke erwächst zunächst eine einzelne Melodielinie der Flöte, die sich im weiteren Verlauf der Komposition immer dichter mit den solistisch geführten Streichern verbindet und so letztendlich eine weite Landschaft bildet.

Robin Becker (*1993) ist ein Komponist und Pianist aus München. Seit seiner Jugend spielt er Schlagzeug und begann bald darauf mit dem Klavier. Nach dem Abitur nahm er das Studium an der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen mit den Hauptfächern Klavier und Marimba auf. Zu dieser Zeit schrieb er erste Stücke für solo Klavier, Percussion Ensemble, sowie für einige kleinere kammermusikalische Besetzungen. Momentan studiert er Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in München, wo er zusätzliche im Rahmen zahlreicher Konzerte Erfahrungen mit dem Dirigieren seiner eigenen Stücke sammeln konnte. Darüber hinaus experimentiert er mit unterschiedlichen Besetzungen und Stilen, woraus verschiedene Werke für Solo Harfe, Solo Orgel, sowie für Saxophon Oktett und Kammerorchester entstanden sind. Um die atmosphärischen Seiten, die immer eine große Rolle in seiner Musik spielen, zu verstärken und zu verändern, bedient sich Robin zusätzlich elektronischer Elemente und fügt sie in seinen Kompositionen zu neuen Klangcollagen zusammen.
Neben einem musikalischen Beitrag für die zweite Solo-CD des Gitarristen André Herteux arbeitete er schon mit dem Polizeiorchester Bayern, sowie dem Landesjugendorchester Bremen zusammen.
Darüber hinaus ist Robin Preisträger des Bundeswettbewerbs für Komposition der „Jeunesse Musicales“ und des „German Game Music Award 2014“.


Christian FP Kram, „Annäherung“ für Nay und Streichorchester
 
In „Annäherung“ wird das „Aufeinanderzugehen“, das „Sich-Annähern“ zweier unterschiedlicher Kulturen thematisiert. Dies vollzieht sich anfangs durch das allmähliche Überwinden einer räumlichen Distanz, später dann auch durch Übernahme von musikalischem Material.
Räumliche und musikalische Distanz wird überwunden und führt zu einem gemeinsamen musikalischem Erlebnis.

Nach einer Ausbildung in den Fächern Musiktheorie und Klavier an der Folkwang-Hochschule Essen begann der in Volkach geborene Christian FP Kram 1994 ein Aufbaustudium Komposition bei Manfred Trojahn an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Anschließend kam er an die Leipziger Hochschule für Musik und Theater, um diese Studien bei Peter Herrmann fortzusetzen. Er besuchte Meisterkurse bei bedeutenden Komponisten (u.a. W. Rihm). 1998 legte er sein Konzertexamen ab und begann 1998 ein Meisterklassenstudium Komposition bei seinem bisherigen Lehrer, das er 2001 "Mit Auszeichnung" beendete. Gleichzeitig erhielt er ein Meisterschülerstipendium des Freistaates Sachsen. Danach wurde ihm das Tübinger Kompositionsstipendium, zweimal ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf sowie zweimal ein Arbeitsstipendium der Kulturstiftung Sachsen gewährt. Von 2008 bis 2010 war Christian FP Kram Mitglied im Fachbeirat Musik/Darstellende Kunst der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen; seit 2010 wirkt er ebenso mit im Beirat Musik des Kulturamtes Leipzig. 2010 wurde er zum Vorsitzenden des Sächsischen Musikbundes e.V. gewählt, gleichzeitig ist er Vorstandsmitglied im MusikProjektSachsen e.V. Er organisiert Konzertreihen und Festivals mit zeitgenössischer Musik.
Er schuf bisher vor allem musiktheatralische Werke wie die 2000 sehr erfolgreich uraufgeführte Oper Leonce und Lena (nach Büchner), Orchesterkompositionen wie den Zyklus Etüden, zahlreiche Lieder und Kammermusik wie seine Rilke-Gesänge für Vokalquartett und Klavier.


Rami Al Rajab, "Fantasia Arabia"

Die Arabische Musik basiert zum großen Teil auf eigenen tonalen Systemen. Das Werk verschafft dem Zuhörer somit einen Eindruck von der Funktionsweise dieser Skalensysteme wie Maqam Hussaini und Maqam Nagreez. Des Weiteren werden die Solisten durch spezielle Improvisationstechniken eine klangliche Atmosphäre erzeugen, die ein Gefühl von der Weite, Stille und Leere der nordafrikanischen Wüsten vermittelt. Dank der Wechsel der Tempi und der unterschiedlichen Klangphasen des Stücks entstehen ganz eigene Fantasiebilder, die viel Raum für individuelle Interpretationen des Zuhörers zulassen.

Im Alter von drei Jahren zeigte Rami Al Rajab bereits ein musikalisches Talent. Mit
sieben Jahren begann er mit seinem Vater zu musizieren und sich selbst das
Klavierspielen beizubringen. Er war erst zwölf Jahre alt, als er anfing,
aufgrund seiner Begeisterung für die westlich-klassische Musik, eigene
Musikstücke zu schreiben.
Im Jahr 1997 kam er nach Deutschland und studierte westlich-klassische
Musiktheorie und Klavier mit Michael Leslie. Danach folgte das Studium
Klavier und Chorleitung an der Berufsfachschule für Musik in
Bad-Königshöfen. Dieses schloss er 2004 erfolgreich ab.
Das Komponieren trieb ihn an weiter zu studieren, sodass er später in
Filmmusik und Sounddesign an der Filmakademie Baden-Württemberg erfolgreich seinen
Abschluss machte. Ein paar Jahre später reiste er nach Jordanien und
promovierte dort mit dem Titel "Die Harmonieklauseln der arabischen
Musikskalen, die Vierteltöne enthalten (Rast- und Bayattonleiter als
Vorlage)“.
Rami hat bereits eine ganze Reihe von Werken geschaffen, wie z.B. Sug Al-Safafir in
Fall, Sama'ais From Orient To Occident, The Tree of Arabic Music Scales und
andere Musikkomposition für Dokumentar-, Kino- sowie einige Kurzfilme.
Zurzeit arbeitet weiter an der Musik für verschiedene Filme und lehrt als Dozent für Musik
und Sound-Design in Doha.


Wingel Gilberto Pérez Mendoza,

All that we see or seem
Is but a dream within a dream.
( Edgar Allan Poe [1809 - 1849] )
 
Wingel Pérez Mendoza was born in Mexico City. He got the Trinity College Bachelor degree in composition in 2009, later he studied In Rotterdam Conservatory (The Netherlands) in which he got the Master degree in composition in 2014. Actually, he is studying his Meisterklasse Komposition in the Hochschule für Musik Würzburg in Germany. His music has been played in Mexico, Czech Republic, Netherlands, Belgium and in Germany. In 2015 he got the scholarship for young composers “Jóvenes creadores” by the National Fund for Culture and Arts in México (Fondo Nacional para la Cultura y las Artes). In 2014 he was awarded with the “Armin Knab Wettbewerb für Komposition” with the piece Nemutatsuaka for trio (Soprano, Viola and Piano). His music includes works for solo instrument, chamber ensemble, orchestra, Electronic, electroacoustic, sound installations and multimedia pieces.