Grußwort zu „in exilio“


Musik kennt keine Grenzen. Diesen Vorzug macht sich jetzt Flammabis für die Konzertreihe „in exilio“ zu Nutze. Mit den Mitteln der Kunst greift der Verein für zeitgenössische Musik die aktuelle Problematik von Flucht und Vertreibung auf, von der weltweit mehr als 65 Millionen Menschen betroffen sind. Damit ist inzwischen jeder 113. Erdenbewohner auf der Flucht, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk in seinem aktuellen Jahresbericht beklagt.

Grenzen werden bei dem Veranstaltungsreigen von Flammabis in vielerlei Hinsicht überschritten. Musik macht dies möglich, denn sie ist eine universelle Sprache, die von allen Menschen überall auf der Welt verstanden wird. Grenzen überschreiten die Künstlerinnen und Künstler aber auch mit Blick auf Epochen und Traditionen. So kommt der vor 150 Jahren verstorbene Orientalist Friedrich Rückert ebenso zu Wort wie William Shakespeare, dessen Todestag sich im April zum 400. Mal jährte. Zwischen Orient und Okzidet, zwischen Morgenland und Abendland, zwischen europäischer Oper und amerikanischem Musical changieren die Veranstaltungen, die uns im Laufe der kommenden Monate erwarten.

Zu den Höhepunkten des Programms zählt sicherlich das Konzert “West – Eastern Sound”. Unter dem Rubrum “Willkommen mit Musik” konzertieren Musiker aus Unterfranken gemeinsam mit ihren Kollegen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Dieses Projekt leistet sicherlich einen wertvollen Beitrag zur Integration von Migranten in Unterfranken und wird ihnen helfen, sich in ihrer neuen Heimat besser zurechtzufinden. Der Bezirk Unterfranken hat daher das Projekt „in exilio“ gerne nach Kräften unterstützt.

In diesem Sinn wünsche ich den Flüchtlingen, die bei uns Zuflucht gefunden haben, alles Gute für die Zukunft, und den mitwirkenden Künstlerinnen und Künstlern sowie allen Zuhörerinnen und Zuhörern genussvolle Stunden bei der Konzertreihe „in exilio“.


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Erwin Dotzel, Bezirkstagspräsident